Sphärenmusik in der illuminierten Friedenswarte in Brandenburg an der Havel

Zur Idee der Sphärenmusik

(Von Norbert Böhm, Brandenburg im Sommer 2003, 2008, Neuauflage im Juli 2011)

 

Im Jahr 2001 veranstaltete die Brandenburger Jugendkulturfabrik (Jukufa) ein Kunstspektakel. Dabei illuminierte Dr. Motte - Begründer der Berliner Loveparade - den Aussichtsturm auf dem Marienberg in den Farben des Regenbogens. So strahlte die Friedenswarte farbenfroh und krönte unsere Stadt mit einem seltsam hoffnungsvoll anmutenden Wahrzeichen. Seit dem wurden im Sommer wiederholt Farb- und Klanginstallationen an der Friedenswarte vorgenommen. Motte bemühte sich auch um eine dauerhafte Installation, wofür er durchaus interessante Pläne ausarbeitete, die ihrer Umsetzung jedoch bislang harren.

Da ich mich schon zu dieser Zeit intensiv mit den Harmonieverhältnissen zwischen den kosmischen Zyklen und den Tempi, Tönen und Farben beschäftigte, war meine Begeisterung natürlich groß, als ich die farbige Friedenswarte sah. So entschloss ich mich bald dazu diese Internetseite einzurichten.

Die Frage nach der Realität der Sphärenmusik durchzieht als zentrales philosophisches und religiöses Anliegen die gesamte Menschheitsgeschichte, ihre moderne Erforschung gehört zu den tiefsinnigsten Anliegen der menschlichen Kultur. Heute sind wir der wissenschaftlichen Erfassung des Mythos´ der Sphärenmusik ein beträchtliches Stück näher als jemals zuvor. Der hier gegebene Text soll eine kleine kulturhistorische Einführung bieten. Zum Ende hin sollen die ungeahnten Möglichkeiten erwähnt werden, die unsere Stadt bei der Vervollkommnung der Idee der Sphärenmusik haben könnte. Der 23 seitige Text kann auch hier als PDF heruntergeladen werden: Text-Sphärenmusik-Juli_2011.pdf

 

Gliederung

Die Idee der Sphärenmusik: Seit wann singt der Kosmos?

  Urton und Urwort; die Griechen, vom sagenhaften Sänger Orpheus, Pythagoras

  Die Christen und Johannes Kepler

  was Künstler und Wissenschaftler dazu sagen

Den richtigen Ton finden: Die Bedeutung des Kammertones zwischen Entdecken und Erfinden

Die universelle Wirksamkeit der Oktave: Die Kosmische Oktave

Abbildung „PLANETENSTRAUSS“

Was bedeuten diese Entdeckungen für unser tägliches Leben?

Und was hat Brandenburg damit zu tun?

Oktavanaloge Abbildung der Dynamik des inneren Sonnensystems

 

Die Idee der Sphärenmusik:
Seit wann singt der Kosmos?

 

Die Vorstellung, dass die Schöpfung der Welt mit Tönen, Worten oder Gesängen einherging, also mit Schwingungen aller Art finden wir schon bei frühen und naturnahen Kulturen. Damit verbunden ist die Einsicht, dass es Klangphänomene sind, welche unsere Vegetation und alles Leben auf der Erde motivieren. Lebewesen sind aus einem Stoff gemacht, der mit diesen Klängen resoniert. Die frühesten schriftlichen Zeugnisse dieses Wissens sind oftmals in einer kindlich- bildhaften Weise ausgeführt worden und stammen aus jener Zeit der Menschheitsgeschichte, in der die mystische Erkenntnis den Weg zum Verstehen bildete und der Mensch sich an sagenhaften Geschichten und Mythen orientierte. Ausgeprägter wurden diese Vorstellungen dann bei den ersten Hochkulturen, im fruchtbaren Schwemmland der großen Ströme Mesopotamiens, in Indien, China und Ägypten, wo man sie durch fortgesetzte Spekulation weiterentwickelte.

Charakteristisch für viele solcher Mythen ist die Analogie zwischen dem kosmischen Geschehen und den harmonikalen Gegebenheiten in der Musik. So ist z. B. in der altindischen Kosmogonie der reine Klang die erste Manifestation des Schöpfungsgedankens Brahmas, der als rhythmisch bewegte und bewegende Ursubstanz in allen Dingen und Wesen der Welt waltet. Ein anderes Beispiel liefert uns der ägyptische Schöpfungsmythos, in dem von einem dunklen, unbeschreibbaren Klang die Rede ist. Dort haben die singende Sonne durch ihren Lichtschrei und Thot, der auch der Gott der Musik ist, durch sein gewaltiges Lachen die Welt entstehen lassen. (Vgl. Zipp S.11) Ähnliches begegnet auch im biblischen Schöpfungsmythos. Den Anfang des Johannes- Evangeliums verdeutschte Martin Luther so: „Im Anfang war das Wort (Logos), und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Nun enthält der griechische Begriff „Logos“ neben seiner sprachlichen Bedeutung als „Wort“, „Aussage“, „Rede“ auch eine mathematisch- zahlenmäßige Komponente sowie einen klanglich- musikalischen Sinn. Offenbar bezieht sich „Logos“ über den mythologischen Kontext hinaus auf etwas Unbegreifliches und denkerisch nicht fassbares und dies könnte eben auf einen Urklang oder Urton hindeuten.

Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen gingen aus der Rhapsodie der Vorzeit hervor, im 8.Jh.v.u.Z. begegnen uns Homer und Hesiod als die ältesten bekannten Dichter der Antike. Eine berühmte und immer wieder vorkommende Gestalt in der antiken Literatur ist der sagenhafte Sänger Orpheus. Orpheus musste durch tragische Umstände von seiner Geliebten scheiden. Er zieht daraufhin mit seiner siebensaitigen Laute durch die Lande um sein unseliges Los durch Musik zu lindern. Dabei steigerten sich seine Töne zu einer derartigen Kraft, dass Streitigkeiten geschlichtet wurden. Man sagt ihm nach, dass ganze Städte durch die ordnenden Kräfte seines Spiels entstanden sind. (Vgl. Trencsényi - Waldapfel  S. 86/ 87)

Die vorsokratischen Philosophen - Thales Milesius war im 6.Jh.v.u.Z. der Erste - zeichnen sich dadurch aus, dass sich bei ihnen allmählich das rational - begriffliche Denken aus dem irrational - mythisch bestimmten Weltbild herausbildete. Die Worte der Dichter und Sänger wurden einem denkenden und vergleichenden Verständnis unterzogen. Das Bedürfnis nach Begründung und Beweis entwickelte sich in dieser Zeit, damit verbunden waren viele neue Erkenntnisse auf dem Felde der Mathematik. Unter diesen frühen Philosophen war es der berühmte Pythagoras von Samos (etwa 570 - 500 v.u.Z.) mit seinen Anhängern, welche nun ein neues Weltbild auf einer naturwissenschaftlichen Grundlage schufen, wobei drei Hauptbereiche im Mittelpunkt ihrer Beschäftigung standen: 1. der Sternenhimmel, 2. die (musikalischen) Harmonien und 3. die Zahl. Die Auffassung, dass „heilige Zahlen“ die Grundprinzipien des Alls bilden, teilten sie mit den alten Hochkulturen des Orients. Völlig neu jedoch war die Entdeckung, dass sich die musikalischen Intervalle durch Zahlenverhältnisse darstellen lassen. Damit wurde die Göttlichkeit der Harmonie auf die Zahlen übertragen. Am Monochord (einem Klanginstrument mit nur einer Saite und verschiebbarem Steg, d.h. beliebig feststellbarer Länge der unter konstanter Spannung stehenden Saite) erforschten sie erstmalig den Zusammenhang zwischen klingenden Saiten verschiedener Länge und den Zahlenbrüchen. So teilten sie die Saite in 2 Teile, in 3 Teile, in 4, 5, 6, ... Teile und schufen damit ein Tonsystem, welches sich über zweitausend Jahre später mit den Gesetzen der Obertonreihe als identisch erweisen sollte. Die aus dem griechischen Mythos bekannten Vorstellungen vom Welteinklang bestimmten die Pythagoräer etwas genauer. Von den damals bekannten sieben Wandelsternen (Planeten) bekam jeder einen Ton der siebentönigen Tonleiter zugewiesen. (Vgl. Zipp S. 28)

Die einmalige Leistung der Pythagoräer besteht darin, dass sie zwischen Musik, Zahl und Kosmos eine Wesensanalogie (analogia entis) erkannten und eine Seinsverwandtschaft annahmen. Damit wird auch verständlich, dass die Idee der Sphärenmusik die Krönung ihrer Weltanschauung war. Diese Leitgedanken wurden unter den späteren Philosophen viel bewundert, diskutiert und kritisiert. Sie haben in dominierender Weise Philosophie und Religion der gesamten Folgezeit geprägt. Wollen wir im Gedächtnis bewahren, dass die Pythagoräer erstmals Tonleitern nach Zahlenverhältnissen erschufen und den 7 Planeten je einen Ton zuordneten.

Allmählich setzte sich im Laufe der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung die junge christliche Theologie gegen die antike Philosophie durch. So kam es, dass der Geograph, Mathematiker und Astronom Claudius Ptolemäus (um 90 - 160 n. Chr.) das geozentrische Weltsystem manifestierte, was mit der damaligen Theologie vereinbar war. Er unternahm auch Versuche die pythagoreischen Ideen im Sinne der damaligen Wissenschaft zu rekonstruieren und widmete diesem Thema mehrere Kapitel seiner Harmonielehre.

Einer der wichtigsten Vermittler zwischen Altertum und Mittelalter war der römische Staatsmann und Philosoph Boethius (um 480- 524 n. Chr.), den man aufgrund seiner ans Altertum angelehnten Geisteshaltung auch den „letzten Römer“ nannte. Seine Schriften stellen eine Zusammenfassung des Wissensgutes der Antike dar. Wie die Pythagoräer betrachtet er den menschlichen Körper als ein Instrument der göttlichen Schöpfung. Doch während für die Pythagoräer der Sphärenklang die Krönung des natürlichen Kosmos darstellte, nahmen nun in der christlichen Weltliturgie die singenden und musizierenden Engel diesen Platz ein. Dies zeigt sich schon bei Augustinus (354- 430 n. Chr.) und geht später z.B. aus den Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098- 1179) und Dante Alighieris (1265- 1321) hervor, welcher letzterer etwa schrieb:

 

 

 

„So stand ich ohne Seufzer, ohne Zähren,

bevor die Engel sangen, deren Sang

nur Nachklang ist vom Lied der ew´gen Sphären.“

 

(Aus Dantes „Göttliche Komödie“ im Buch vom Fegefeuer,

91. Strophe des 30. Gesanges)

 

 

Bei Martin Luther (1483- 1546) heißt es dann:

 

 

 

„Wer sich die Musik erkiest,

hat ein himmlisch Gut gewonnen,

denn ihr erster Ursprung ist

von dem Himmel selbst genommen,

weil die lieben Engelein

selber Musikanten sein.“

 

(Vgl. Zipp S. 50. Hier finden sich auch Bibelstellen, die sich

auf die Sphärenmusik zu beziehen scheinen)

 

 

In der Renaissance, als die Geschichte, Literatur und Kunst der griechisch- römischen Antike wieder erschlossen wurde, kamen pythagoreische und platonische Gedanken erneut zu Bewusstheit. So spricht der bedeutende Humanist Marsilius Ficinus (1433 - 1499), der mit der Übersetzung antiker Schriften beauftragt wurde, von der Funktion der Musik als „Erinnerung“ an die göttlich - geistigen (platonischen) Urbilder. Die Bedeutung der Musiktherapie liegt darin, Störungen des seelisch - geistigen Gleichgewichts zu beheben. Er setzte an die Gedanken des Boethius an und führte sie weiter aus. Auch andere wie Agrippa von Nettesheim (1486 - 1535) waren der zu dieser Zeit aufkommenden geheimnisvollen Geisteshaltung zugetan. So schrieb dieser im Ansinnen an die Astrologie:

 

 

„Wer krank ist, stimmt nicht mehr mit dem Universum überein. Er kann aber die Harmonie wiederfinden und gesund werden, wenn er seine Bewegungen nach denen der Gestirne ausrichtet.“ (Zipp S. 66)

 

 

In ähnlicher Weise ist für den englischen Arzt und Theologen Robert Fludd (1574- 1637) die Musik ein Abhall der Weltharmonie. Von ihm stammt die folgende Abbildung eines „Weltmonochords“, wobei die Sonne nach Kopernikus bereits den Mittelpunkt der Welt einnimmt und Gottes Hand aus den Wolken greift um für die richtige Stimmung zu sorgen.

 

 

 

 

 

Das Instrument ist in eine obere urbildliche aktive und eine untere materielle passive Oktave halbiert und diese wiederum in Quarten und Quinten. Auf diesen Intervallen bewegt sich das obere lichte Prinzip in die dunkle Materie hinab, wobei der Sonne im Schnittpunkt eine transformierende Kraft zukommt.

Wir werden bei der Behandlung der Oktaven noch die zentrale Bedeutung des Tones G besprechen, es ist der Ton des Erdentages. Wie auf dieser Abbildung zu sehen ist, setzte R. Fludd diesen Ton bereits in den Mittelpunkt. Es ist jedoch sehr wage und unbegründet, ob ein tatsächlicher Zusammenhang mit unseren neuen Erkenntnissen besteht.

 

Auf dem Felde der Wissenschaft begründete der deutsche Astronom und Mathematiker Nikolaus Kopernikus (1473- 1543) das heliozentrischen Weltsystems, nach welchem nun im Gegensatz zum geozentrischen System des Ptolemäus die Sonne und nicht die Erde den Mittelpunkt des Planetenreigens bildet. Weiters ist der italienische Naturforscher Galileo Galilei (1564- 1642) durch die Begründung der wissenschaftlichen Methode zum Ahnherren unserer Naturwissenschaft geworden. Aufgrund seiner Verteidigung des kopernikanischen (heliozentrischen) Weltbildes geriet er jedoch in Konflikt mit der Inquisition. Die Legende schreibt ihm den Ausspruch zu: „Und sie bewegt sich doch!“ (Der Schriftsteller Berthold Brecht hat in seinem Drama „Das Leben des Galilei“ die Drangsal des Forschers meisterhaft dargestellt.)

Ein wahrer Meilenstein der Entwicklung erstand der Welt in Johannes Kepler (1571- 1630), welcher der Lehre der Sphärenharmonie nun eine ungeahnte Kraft verlieh. Schon früh machte er die Entdeckung, dass die Planetenbahnen Ellipsen sind und keine Kreise, wie man annahm. Ihm gelang nun darüber hinaus erstmalig der Nachweis, dass im Planetensystem des Kosmos tatsächlich die gleichen Intervallverhältnisse herrschen wie in der Musik, womit er über die Lehren der Pythagoräer weit hinausgreift und diese doch präzisiert. Im 5. Buch seines Hauptwerkes „Weltharmonik“ hat er die Bahnen, die Umlaufszeiten und die Entfernungen der Planeten von der Sonne berechnet, verglichen und in zahlreiche Notenbeispiele übertragen. Dabei war der Vergleich der von der Sonne aus gesehenen Winkel, welche die Planeten innerhalb von 24 Stunden an der sonnennächsten (Perihel) und sonnenfernsten Bahnkurve (Aphel) durchmessen besonders verblüffend, da sich auf diese Weise ein ganzes System von musikalischen und zwar fast ausnahmslos konsonanten Intervallproportionen ergab, die sich zudem noch auf einen Dur - Dreiklang zurückführen ließen. Kepler stellt dann fest:

„Es sind also die Himmelsbewegungen nichts anderes als eine fortwährende mehrstimmige Musik (durch den Verstand, nicht das Ohr erfassbar)...“

Diese musikalischen Gesetzmäßigkeiten fand man später auch bei den damals noch unbekannten Planeten Uranus, Neptun und Pluto. Die drei berühmten Keplerschen Planetengesetze (1. die Bahnen der Planeten sind Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht; 2. der Fahrstrahl von der Sonne zum Planeten überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen; 3. die Quadrate der Umlaufzeiten verhalten sich wie die Kuben der mittleren Entfernungen von der Sonne) waren eher Nebenprodukte seiner Forschung! Er wollte in erster Linie die Weltmusik wissenschaftlich erforschen. Die Abstände der Planeten von der Sonne versuchte Kepler durch das Ineinanderlegen regelmäßiger Körper zu erfassen, wobei er davon ausging, dass diese Körper wie unser Sonnensystem um Gottes Willen dieselben Proportionen aufweisen.

 

 

 

 

 

In diese Zeit fällt auch die Entdeckung und Berechnung der akustischen Obertonreihe von den französischen Gelehrten Martin Mersenne (1588- 1648) bzw. Joseph Sauveur (1653- 1716), wobei sich eine Identität mit den pythagoreischen Intervallproportionen am Monochord ergab.

Der britische Physiker, Mathematiker und Begründer der klassischen theoretischen Physik Isaac Newton (1643- 1727) erklärte mit seinem Gravitationsgesetz die Planeten - und Mondbewegungen und wies andererseits die spektrale Zusammensetzung des weißen Lichtes nach, indem er die Erscheinung der Regenbogenfarben als Strahlung verschiedener Wellenlängen erkannte, die allesamt im weißen Licht enthalten sind.

Der schwedische Naturforscher und Theosoph Emanuel von Swedenborg (1688- 1772) erschloss aus seinen visionären Erlebnissen eine Kosmogonie welche besagt, dass das Sonnensystem aus einem sich drehenden Gasnebel entstanden ist, wobei sich Gas und Staub in den Armen des Nebels besonders stark verdichtete und verklumpte, sodass daraus die Planeten hervorgegangen sind. Diese Entstehungstheorie des Sonnensystems wurde dann von Immanuel Kant (1724- 1804) und dem französischen Mathematiker und Astronomen Pierre Simon de Laplace (1749- 1827) aufgegriffen und neu formuliert.

Wie die wissenschaftliche Welterkenntnis ausreifte, so bemühten sich auch die Dichter um eine Fassung ihres Sinnes. Johann Wolfgang Goethe (1749- 1832) hat einmal geäußert:

 

 

„Die Natur ist so, dass die Dreieinigkeit sie nicht besser machen könnte.

Es ist eine Orgel auf der unser Herrgott spielt... und der Teufel tritt die Bälge dazu.“ (Vgl. Zipp S.9)

 

 

Dieser große Dichter hat der Musik viel Bewunderung entgegengebracht und sich auch verschiedentlich auf die Weltmusik bezogen. So lässt er am Anfang seines Hauptwerkes Dr. Faustus den Erzengel Raphael vom Wunder der Weltoffenbarung künden:

 

 

„Die Sonne tönt nach alter Weise

In Brudersphären Wettgesang,

Und ihre vorgeschrieb´ne Reise

Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,

Wenn keiner sie ergründen mag;

Die unbegreiflich hohen Werke

Sind herrlich, wie am ersten Tag. ...“

 

 

Auch in den Schriften Friedrich Schillers (1759- 1805) gibt es Passagen, welche sich auf die Sphärenmusik zu beziehen scheinen. Offenbar stehen diese großen Dichter den pythagoreischen Gedanken näher als man dies gemeinhin annimmt.

Doch im Zuge der Aufklärung verschwand das Interesse an den pythagoreischen Vorstellungen von der Weltharmonie allmählich. Alle Arten von Mystik und Zahlenspekulation wurden in ihrem eigentlichen Wert verkannt und verbannt. Die Begründung der experimentellen modernen Naturwissenschaft durch Männer wir Rene´ Descartes (1596 – 1650) trug dazu bei, dass nur noch das quantitativ Zähl-, Wäg- und Messbare Geltung hatte. Es dominiert seit dem das kausal- mechanisch orientierte Denken, welches zum Verständnis des harmonikal- analogen Denkens Keplers durchaus nicht hinreicht. Nicht, dass Keplers harmonikale Forschungen nicht rechnerisch nachvollzogen werden könnten, allein der Analogieschluss zwischen kosmischen und musikalischen Schwingungen ist zu weitläufig für eine Denkgewohnheit, die an der strikten Folgerichtigkeit von Ursache und Wirkung anhaftet.

Aber selbst wenn wir den Worten des bedeutendsten deutschen Philosophen der Aufklärung Immanuel Kant (1724- 1804) lauschen, so ahnen wir auch hier die gemeinsamen musikalischen Normen, wenn er diese zwei Dinge nennt, die das Gemüt mit zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht erfüllen:

 

 

„Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“

 

 

Die Astronomen J. D. Titius (1729 - 1796) und J. E. Bode (1747 - 1826) stellten in der nach ihnen benannten Titius- Bodischen Regel bei den Entfernungsverhältnissen der Planeten in Bezug auf die Sonne harmonikale Gesetzmäßigkeiten fest, welche sich in einem mathematischen Reihengesetz ausdrücken lassen. (Es ist hochinteressant, dass man jüngst die Gültigkeit desselben Reihengesetzes auch für die verschiedenen Monde der Planeten Jupiter, Saturn und Neptun, die ja ihrerseits auch kleine „Planetensysteme“ bilden, nachweisen konnte, Vgl. M. Özaras: Titius - Bode auch für Monde) Was Kepler mit den ineinander geschachtelten regelmäßigen Körpern erklären wollte bekommt hier die Form eines Reihengesetzes.

Der von den großen Dichtern der Klassik sehr geschätzte Physiker Johann Wilhelm Ritter (1776 - 1810) verdient unser Interesse, denn er hinterließ uns einen Text, welcher schon ziemlich genau auf das hinausspielt, was auch das Ziel dieses Briefes sein soll. Er schrieb:

 

 

„Töne entstehen bei Schwingungen, die in gleichen Zeiten wiederkehren. Die halbe Anzahl der Schwingungen in der gleichen Zeit ergibt den Ton eine Oktave tiefer, der vierte Teil zwei Oktaven usw. Zuletzt kommen Schwingungen heraus, die ein Tag, ein Jahr, ein ganzes Menschenleben dauern. Vielleicht sind diese von großer Wichtigkeit. Die Umdrehung der Erde um ihre Achse zum Beispiel mag einen bedeutenden Ton ergeben, das ist die Schwingung ihrer inneren Verhältnisse, die dadurch veranlasst ist; der Umgang um die Sonne einen zweiten Ton, der Umlauf des Mondes einen dritten usw. Hier bekommt man die Idee einer kolossalen Musik, von der unsere kleine gewiss nur eine sehr bedeutende Allegorie ist. ...“ (Zipp S.89/90)

 

 

Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) verband die Musik mit dem Zentralgedanken seiner Weltanschauung, sodass er sich folgendermaßen äußerte:

 

 

„Gesetzt, es gelänge, eine vollkommen richtige, vollständige und in das einzelne gehende Erklärung der Musik, also eine ausführliche Wiederholung dessen, was sie ausdrückt, in Begriffen zu geben, so würde diese sofort auch eine genügende Wiederholung und Erklärung der Welt in Begriffen, also die wahre Philosophie sein.“ (Zipp S. 92)

 

 

Auch Friedrich von Hardenberg (1772 - 1801), der sich Novalis nannte, lässt verlauten:

 

 

„Die musikalischen Verhältnisse scheinen mir recht

eigentlich die Grundverhältnisse der Natur zu sein.“

 

 

Und er fasst einen Gedanken der Musiktherapie, wenn er schreibt:

 

 

„Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem, die Heilung

eine musikalische Auflösung. Je kürzer und dennoch voll-

ständiger die Auflösung, desto größer das musikalische

Talent des Arztes ... Sollten mehrere Heilmethoden jeder

Krankheit möglich sein? Wie in der Musik mehrere

Auflösungen einer Dissonanz?“

 

 

Auch der Worte Bettine von Arnims (1785 - 1859), jener genialischen Frauengestalt der Romantik, wollen wir gedenken:

 

 

„Wie jeder Gedanke, jede Seele Melodie ist, so soll der Menschengeist

durch Allumfassen Harmonie werden.“

 

(Die Zitate bei Zipp S. 98ff)

 

 

Es gibt noch viele andere, mithin sehr schöne Beispiele jener Zeit zu unserer Thematik, u. a. von Heinrich von Kleist (1777 - 1811), Carl Maria von Weber (1786 - 1826) oder Heinrich Heine (1797 - 1856), doch begnügen wir uns hier lediglich darauf hinzuweisen.

Nicht unmittelbar für unser Thema, doch für das Verständnis im Kontext der Wissenschafts- Geschichte unerlässlich ist die Begründung der Evolutionstheorie durch Charles Darwin (1809 - 1882). Sie besagt grob gesprochen, dass die Lebewesen in einer allmählichen Entwicklung aus niederen Lebensformen hervorgegangen sind und diejenigen Lebewesen den andauernden Konkurrenzkampf überleben, welche am besten an die Erfordernisse der Umwelt angepasst sind. Damit errichtete Darwin - ähnlich wir vor ihm Galilei - einen weiteren großen Pfeiler, auf welchen unser heutiges naturwissenschaftliches Verständnis ruht. Schon Darwin kannte das Sturmglas, ein hermetisch abgeschlossener Glaskolben mit Anteilen verschiedener Lösungen, die bei Wetteränderungen ausfällen und trübe werden. Da bei hermetischer Versiegelung ein Zusammenhang mit Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit ausgeschlossen werden musste und also keine wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen gefunden werden konnte, blieb die Erscheinung schlicht und einfach für unmöglich erklärt.

Aber auf dem Felde der Chemie suchte man ebenfalls nach harmonikalen Ordnungsprinzipien. Der englische Wissenschaftler John Alexander Newlands (1837- 1898) erforschte die Zusammenhänge der chemischen Elemente und erklärte diese mit dem Oktavgesetz. Er beobachtete, dass bei der Gliederung der chemischen Elemente nach steigender Atommasse jedes 8. Element dem jeweils 1. Element in seinen Eigenschaften ähnelt. Von den konservativen Repräsentanten der damaligen Wissenschaft wurde er für seine Entdeckungen jedoch ausgelacht und aus der königlich - englischen Wissenschafts-gesellschaft, deren Mitglied er bis dahin gewesen ist, ausgeschlossen. Vier Jahre später entwickelten gleich zwei Wissenschaftler ähnliche Thesen. Der deutsche Chemiker Julius Lothar Meyer (1830 - 1895) ordnete die chemischen Elemente nach steigenden Atomvolumina und beobachtete nach jeweils 7 Elementen periodisch wiederkehrende Eigenschaften. Unabhängig von ihm fand der russische Forscher Dimitrij I. Mendelejew (1834 - 1907) das „Periodensystem der chemischen Elemente“ und darin bestätigte sich der Oktavgedanke des englischen Kollegen Newlands.

Im Gegensatz zu Meyer ordnete Mendelejew die chemischen Elemente nach der Atommasse. Er schrieb alle bekannten Elemente nach steigender Atommasse untereinander und nach jeweils 7 Elementen begann er eine neue Spalte, sodass waagerechte und senkrechte Gruppen entstanden. In den senkrechten Gruppen unterschieden sich die Eigenschaften der Elemente immer mehr, während in den waagerechten Gruppen die sich ähnelnden Elemente standen, allerdings nur, wenn bestimmte Lücken gelassen wurden für - wie er damals richtig vermutete - noch unbekannte Elemente, die er in ihren Eigenschaften aber schon recht genau voraussagte wie wir heute wissen. Diese Achterstruktur in der Chemie ist als Oktettregel bekannt, sie beschreibt die Struktur der Elektronenaußenschale der Atome. Die anorganische Chemie feierte damit einen ihrer größten Triumphe des 19. Jahrhunderts. Mendelejews Darstellung war klar und überzeugend und wurde rasch von seinen Kollegen angenommen. So sah sich die königlich - englische Wissenschaftsgesellschaft bald gezwungen, sich bei ihrem früheren Mitglied John A. Newlands zu entschuldigen und ihn zu rehabilitieren. (Vgl. Cousto „Bilder Klänge Welten“ S. 19- 21, dazu auch Krüger S. 21& 22)

 

Das 20. Jahrhundert wird angeführt von der revolutionären Quantentheorie Max Plancks (1858 - 1947) und der Relativitätstheorie Albert Einsteins (1879 - 1955). Im gleichen Zuge war dieses Jahrhundert gezeichnet von Weltkriegen, politischen Katastrophen, wirtschaftlichen Zusammenbrüchen und ökologischen Bedrohungen sowie der Angst der Menschen vor atomarer Selbstvernichtung. Wie als ein Ausweg aus diesem verwirrenden Kräftespiel sind dabei pythagoreische Gedanken wiedererwacht und haben eine geradezu ungeahnte Neubelebung erfahren. Der Dichter Christian Morgenstern (1871- 1914) ruft aus:

 

 

„Die Sterne lauter ganze Noten.

Der Himmel die Partitur,

der Mensch das Instrument.“

(Zipp S. 107)

 

Auch Reiner Maria Rilke (1875- 1926) huldigt dem Vergleich des Menschen mit einer klingenden Saite oder mit einem Instrument:

 

 

„Meine Stube und diese Weite,

wach über nachtendem Land,-

ist Eines. Ich bin eine Saite,

über rauschende breite

Resonanzen gespannt.“

(Zipp S. 112/3)

 

In diesen Zeilen spürt man doch den Atem echter Dichtung. Übrigens kommt unser Wort „Person“ vom Lateinischen per sonare , was soviel bedeutet wie „durchklingen“.

 

Die Schriftstellerin und Lyrikerin Ina Seidel (1885 - 1974) besingt im Gedicht den musikalischen Ursprung des Universums:

 

 

„Musik war, ehe Welten waren:

als aus der Sphären Überschwang

die ersten Sonnen sich gebaren,

geschah´s in einsamem Gesang.

Musik war ehe Worte waren,

und wenn das Wort sich uns versagt,

kann nur Musik uns offenbaren,

wonach das Herz verlangt und fragt.“

 

 

Und der Lyriker Hermann Claudius (1878 - 1980) zeichnet das Bild der musikalischen Schöpfung so:

„Gott war der erste Sänger.

 

 

Singend schuf er die Welt.

Glaubt mir, dass Er sie singend

Heut noch in Händen hält.“

 

 

Aber auch die exakte, moderne Naturwissenschaft kennt das Bild des klingenden Kosmos. Denn der mikrokosmische Aufbau der Atome, in denen die Elektronen um den Atomkern kreisen legte den Vergleich mit dem makrokosmischen Sonnensystem nahe. Darauf macht auch der Physiker Arnold Sommerfeld (1868- 1951) aufmerksam, wenn er im Vorwort zur ersten Auflage seiner Abhandlung Atombau und Spektrallinien schreibt:

 

 

„Was wir heutzutage aus der Sprache der Spektren heraushören, ist eine wirkliche Sphärenmusik des Atoms, ein Zusammenklingen ganzzahliger Verhältnisse, eine bei aller Mannigfaltigkeit zunehmende Ordnung und Harmonie ... Alle ganzzahligen Gesetze der Spektrallinien und der Atomistik fließen letzten Endes aus der Quantentheorie. Sie ist das geheimnisvolle Organon, auf dem die Natur die Spektralmusik spielt und nach dessen Rhythmus sie den Bau der Atome und Kerne regelt.“

 

(Zitate aus Zipp S. 110, 116 und 117)

 

 

Vielleicht hatte Pythagoras ganz recht wenn er die Musik die Grundlage aller Bildung nannte und in richtig verstandener Musik den Kern aller Philosophie sah. Auch der bekannte Dirigent Bruno Walter (1876 - 1962) sieht die menschliche Musik in der kosmischen wurzeln:

 

 

„Der Gedanke einer zwar für das sinnliche Ohr nicht wahrnehmbaren, aber im Kosmos tönenden und waltenden Musik, ... ist mir mehr und mehr überzeugend geworden, denn aus solch hohem Ursprung begann ich das Werden und Wesen unserer (Ton-) Kunst und ihre elementare Macht über des Menschen Seele allmählich tiefer zu begreifen.“

 

 

Und der Wiener Komponist und Musikphilosoph Joseph Matthias Hauer (1883 - 1959) bekannte sich ebenfalls zu einer allumfassend klingenden Ordnung des Kosmos:

 

 

„Die ewige unveränderliche absolute Musik ist die Urschrift und Ursprache des Universums, die Harmonie der Sphären, die kosmische Ordnung, die Kunst aller Künste, die Wissenschaft aller Wissenschaften, die Kultur..., die Religion als Bindung mit der Ewigkeit, das Höchste, Heiligste, Geistigste, Wertvollste, Vernünftigste auf der Welt: die Wahrheit.“

 

 

Der Musiker, Forscher und Denker Hans Kayser (1891 - 1964), Schöpfer der „Kayserschen Harmonik“ schreibt in seiner Schrift Akróasis:

 

 

„Der Begriff der Sphärenharmonie ist so alt wie die Bewußtwerdung des Menschen. Zuerst Mythos, dann Astralsymbolik und integrierender Bestandteil fast der gesamten Menschheitsdichtung, wird er zur Voraussetzung der Astrologie und der beginnenden astronomischen Forschung aller alten Völker. Erst mit Kepler erhält er jedoch jene Fundamentierung, die ihn des bloßen Glaubens enthebt und in das moderne wissenschaftliche Denken einordnet.“

 

 

Auch der famose Dichter Hermann Hesse (1877 - 1962) brachte schon in jungen Jahren Verständnis für die Sphärenharmonie auf, so schreibt er in seinem frühen Roman Gertrud:

 

 

„Von allen Vorstellungen reiner Seligkeit, die sich Völker und Dichter erträumt haben, schien mir immer die höchste und innigste jene vom Erlauschen der Sphärenharmonie. Daran haben meine tiefsten und goldensten Träume gestreift, - einen Herzschlag lang den Bau des Weltalls und die Gesamtheit alles Lebens in ihrer geheimen, eingeborenen Harmonie tönen zu hören.“

 

 

Hesse nennt Keplers Nachweis einer Kosmischen Harmonie:

 

 

„eine Harmonielehre, in welche zwar die musikalische Harmonielehre mit inbegriffen ist, jedoch nur als Teil. Das Ganze gilt nicht der menschlichen Musik, sondern der Musik des Weltalls, dem Schöpfungskonzert, und hat zur Grundlage den freudigen Glauben an die Einheitlichkeit und Harmonie des Weltenplanes.“

 

(Zitate aus Zipp S. 122, 123, 125, 130 und 132)

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde allmählich das Unbehagen gegenüber den schädlichen Auswirkungen eines scheinbar unbegrenzten technischen Fortschrittes an Mensch und Natur spürbar. Die Kehrseite des einseitig rationalen, kausal- logischen Denkens wurde nun mancherorts wahrgenommen. Einzelne suchten weiter nach identischen morphologischen Entsprechungen im Kosmos, im Menschen in der anorganischen und organischen Natur. Dabei gelang die Bestätigung einer schon in der Antike angenommenen Disposition des menschlichen Gehörs für die in der Naturobertonreihe enthaltenen Intervalle und zwar sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht. Diese Gehörsdisposition spielt in der Musiktherapie eine große Rolle, denn erst die wissenschaftlich erhärtete Tatsache, dass unser Gehör nach akustischen Naturgesetzen strukturiert ist liefert uns eine befriedigende Erklärung für die Möglichkeit der Heilung psychischer Leiden durch Musik. Die Urtöne und Intervalle werden dem Gehörorgan vermittelt und verhelfen dazu, dass sich der Mensch wieder an seine körperlich- seelische Ganzheit erinnert.

In der Wissenschaft überwand Albert Einstein durch seine Relativitätstheorie im Jahre 1905 die Vorstellung eines absoluten Raum- Zeit- Gefüges. Seine Theorie wurde bestätigt. Dieser Erkenntnisse war auch der bekannte deutsche Atomphysiker Werner Heisenberg (1901- 1976) eingedenk. Heisenberg bewirkte mit seiner Unschärferelation die Wende in der Wissenschaft. Die Unbestimmtheitsrelation besagt, dass der Ort und die Geschwindigkeit eines Elementarteilchens nicht gleichzeitig genau bestimmt werden können. Umso genauer man den Ort eines Elementarteilchens bestimmen will, umso ungenauer fällt die Bestimmung der Geschwindigkeit (Impuls) desselben aus und umgekehrt. Dies erschütterte die Kausalität auf dem Boden der Mikrophysik: Um einen klassischen mechanischen Ablauf zu erfassen sind gerade die Kenntnis des Ortes und der Bewegung die Grundvoraussetzungen! Stückweise zerfiel so die Vorstellung von der Welt als einem großen rein mechanischen Apparat. Auf der Suche nach dem Ordnungsgefüge der Welt schrieb Heisenberg unter anderem:

 

 

„dass es die gleichen ordnenden Kräfte sind, die die Natur in allen ihren Formen gebildet haben und die für die Struktur unserer Seele, also auch unseres Denkvermögens verantwortlich sind.“

 

 

Heisenberg bekräftigt seine Überzeugung in einem Vortrag über die “Gedanken der antiken Naturphilosophie in der modernen Physik“ und kommt zu dem Ergebnis, dass die neuzeitliche Naturwissenschaft mit ihren erweiterten Methoden „dem Glauben der Pythagoräer in einem nicht vorhersehbarem Maße recht gegeben haben.“ Er schließt diesen Vortrag mit dem Hinweis auf ein zweifaches Naturverständnis: einmal durch rationales Begreifen und zum anderen durch intuitives Erleben. Damit setzt Heisenberg die lange Ahnenreihe derjenigen fort, die in der Musik den Ausdruck einer tragenden, zentralen Ordnung des Welteinklanges sahen.

Auch der Schweizer Physiker Walter Heitler (geb. 1904) stellte die Bedeutung der Harmonik und die Erforschung ihrer Gesetze für die gegenwärtige Menschheit dar:

 

 

„Die harmonikalen Verhältnisse in der Natur ... stehen als Teil des Gestalthaften, Ganzheitlichen, in komplementärem Gegensatz zur analytischen Wissenschaft. Man muss sich von dieser frei machen und sich der Anschauung des Ganzen hingeben. Eine Anschauung, wie sie Goethe hatte, ist nötig, wenn die Harmonie der Welt uns wieder etwas sagen soll. Ich halte deshalb das Aufdecken solcher Harmonien für ein wichtiges Werkzeug zur Gesundung einer am Rationalismus und an der Einseitigkeit einer ins Extrem übertriebenen analytischen Wissenschaft erkrankten Welt.“

 

(Zipp S. 143, 144, 146)

 

Den richtigen Ton finden:
Die Bedeutung des Kammertones zwischen Erfinden und Entdecken

zur Gliederung

Wer im Brockhaus nachsieht unter dem Begriff „Kammerton“ wird finden: „der gültige Stimmton, das eingestrichene a (a´), seit 1939 auf 440 Hz festgelegt.“ Für uns ist dabei die Tatsache wichtig, dass es sich um eine Festlegung handelt, sozusagen eine menschliche Erfindung und mutwillige Setzung. Wenn mehrere Musiker zusammenspielen ist der Kammerton die absolute Stimmung nach der alle Musiker ihre Instrumente einstimmen. Kann dieser Ton nicht auf andere Weise gefunden werden, muss er natürlich festgelegt und definiert werden. Wir wollen nun die Entwicklung dieser Tonfestlegung etwas genauer nachvollziehen.

Der Engländer John Shore erfand im Jahre 1711 die Stimmgabel, wodurch es möglich wurde einen ausgemachten Ton „haltbar“ zu machen. Vor der Erfindung der Stimmgabel gab es keine Möglichkeit einen Normton zu eichen und Musiker mussten sich jedes Mal von neuem auf eine Tonhöhe einigen, denn das Hörempfinden der Menschen ist durchaus unterschiedlich. Wenn jemand den Ton a hören und als Grundton erkennen kann sagen wir von ihm, er habe ein absolutes Gehör. Aber ein Blick auf einige bekannte Musiker zeigt, dass darin keine Einigkeit bestand. So wurde etwa die Dresdener Symphonieorgel des Johann Sebastian Bach auf ein a´ mit 415,5 Hertz (Schwingungen in der Sekunde, nach dem Hamburger Physiker Heinrich Hertz) gestimmt. Von Wolfgang Amadeus Mozart ist uns eine Stimmgabel erhalten geblieben die mit 421,6Hz schwingt. Georg Friedrich Händels Stimmgabel schwingt dagegen mit 422,5Hz.

Natürlich bestand das Bedürfnis sich über den Grundton zu einigen und so versuchte man einen allgemein verbindlichen Stimmton, nämlich den besagten Kammerton festzulegen. 1810 bestimmte die Pariser Oper diesen Standardton mit 423Hz. Die Pariser „Academie des Sciences“ in Frankreich führte im Jahre 1859 einen Grundton von 435,4Hz ein, wobei bekannte Musiker wie Giacomo Rossini, Hector Berlioz und Giacomo Meyerbeer mit ihrem feinen Gehör zu dieser Bestimmung beitrugen. 1885 veranlasste man in Wien eine erste Stimmtonkonferenz, bei welcher man das a´ mit 435Hz angab.

1939 gab es in London eine internationale Normkonferenz bei der man sich bürokratisch auf ein a´ mit 440 Hz einigte. Dieser Ton ist noch heute - wie wir auch aus dem Brockhaus entnehmen konnten - für viele Menschen der offiziell verbindliche Kammerton. In einigen Orchestern und Tonstudios wird sogar auf ein a´ bis zu 445Hz gestimmt. In Frankreich wurde 1950 der offizielle Kammerton auf 432 Hz herabgesetzt.(Vgl. Dobretzberger S. 99)

Aus diesen Angaben ist leicht zu ersehen, dass es in der Vergangenheit schon einige Mühe bereitete das Gehör verschiedener Menschen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, denn von 415 bis 440Hz ist es mehr als ein Halbtonschritt, also eine Tondifferenz, die auch von so genannten unmusikalischen Menschen leicht wahrgenommen wird. Und diese Tatsachen beziehen sich nur auf die letzten Jahrhunderte unseres abendländischen Kulturkreises.

Diese Ausführungen sollen das Verständnis erleichtern helfen für eine Reihe neuartiger Berechnungen, die in jüngster Zeit angestellt wurden und die unser größtes Interesse verdienen.

 

Die universelle Wirksamkeit der Oktave - die Kosmische Oktave

zur Gliederung

 

„Wo einer sinnvoll vorrechnet aus dem Nus heraus,

der muss sich stützen auf das Gemeinsame von allen.“

Heraklit (um 540 v.u.Z. geboren)

 

„Nus“ war erstmals bei Anaxagoras eine Bezeichnung für den Geist. Der Atem steht in vielen Kulturen mit dem Geist in Beziehung. So war „Nus“ bei den Griechen auch mit dem Atem verbunden und der Begriff auch eine Bezeichnung für das leibliche Zwerchfell. Während die Sinnesorgane die unterschiedlichen Sinneseindrücke empfangen, ist das Wahrnehmen mit dem Nus dem Atmen und Wittern vergleichbar. Auch in anderen Kulturkreisen ist der Geist mit der Atmung verbunden, bei den Römern spirit, bei den Hebräern ruach. Wir sehen, dass für die alten Griechen die gesunde Geistesverfassung eines rechnenden Menschen nicht etwa an dessen Stirnrunzeln oder dessen Schweißausbrüchen zu erkennen war, sondern an seiner Ausgeglichenheit und der normalen Tätigkeit des Zwerchfells bei ruhiger Atmung. Wer aber diese ruhige Verfassung hat, der muss sich stützen auf das Gemeinsame von allen, auf das, was ihn mit allen anderen verbindet. Und nun lasst uns die Witterung auf die neusten Erkenntnisse richten!

Der geniale Mathematiker und Naturforscher Hans Cousto hatte im Jahre 1978 eine Vision. Er hörte das Sonnensystem in verschiedenen Tönen der Planeten klingen und die Planetenbahnen sah er in entsprechenden Farben leuchten. Cousto erkannte, dass das Gesetz der Oktave über den Bereich der Musik hinaus universelle Geltung hat. Daraufhin berechnete er den harmonikalen Zusammenhang zwischen den Frequenzen der Planetenumläufe und den Frequenzen der hörbaren Töne sowie jenen der sichtbaren Farben. Wir wollen jetzt die wesentlichen Ergebnisse der Coustoschen Forschung nachvollziehen und die unter dem Namen der „KOSMISCHEN OKTAVE“ bekannt gewordenen Berechnungen als mathematische Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst, ja zwischen Kosmos und Mensch plausibel machen.

Das Phänomen der Schwingungen ist uns aus allen Bereichen des Daseins bekannt. Sehr hohe Schwingungen gibt es jenseits der menschlichen Wahrnehmung z. B. im Röntgen- oder Ultraviolettbereich des Lichtes. Vermindert sich von diesen hohen Schwingungen ausgehend die Frequenz (Schwingungen pro Zeiteinheit), so durchlaufen sie bald das so genannte „optische Fenster“ - das ist der Bereich unserer visuellen Farbwahrnehmung von der oberen Grenze, die etwa bei 750 Nanometer liegt, einem violett, über blau, grün, gelb, orange und rot zur unteren Grenze unseres Farbvermögens, die bei etwa 380 Nanometer angesiedelt ist. Unsere optische Wahrnehmung des Regenbogenspektrums umfasst Lichtwellen vom Umfang ungefähr einer Oktave und entspricht physiologisch dem resonanzfähigen Bereich unserer Netzhautstrukturen.(Vgl. Cousto 2, S. 57)

Die klassischen Schwingungen der Luft nehmen wir zum Teil akustisch über den Hörapparat wahr. Der Bereich der akustischen Wahrnehmung wird auch als „akustisches Fenster“ bezeichnet und umfasst etwa 10 Oktaven. Vom Ultraschallbereich ausgehend gelangen wir bei etwa 20000 Hertz in das akustische Fenster hinein und hören bis zum tiefen C mit 16 Hertz alle Schwingungen der Luft. Wenn wir die Schwingungen noch weiter verlangsamen gelangen wir über den Infraschallbereich hin zu Rhythmen wie das Schlagen des Herzens, der Atmung und noch weiter an die natürlichen Rhythmen des Tages (Erddrehung), des Mondes (Mondumlauf), des Jahres (Erdumlauf) u.s.w. bis hin zu den langsamsten Perioden des Universums.(Vgl. Cousto 2, S. 34)

Wenden wir uns der Oktave etwas näher zu. Physikalisch gesehen bedeutet das Bilden einer Oktave das Verdoppeln oder Halbieren einer beliebigen Frequenz. Musikalisch oktavieren wir den Ton einer schwingenden Saite, indem wir die Länge der Saite halbieren und damit die Frequenz des Tones verdoppeln: wir spielen dann denselben Ton eine Oktave höher. Wollen wir eine Oktave tiefer spielen, verdoppeln wir die Länge der schwingenden Saite und halbieren damit die Frequenz.(Vgl. Cousto 3, S. 24)

Durch fortgesetztes mathematisches Oktavieren wird es nun möglich astronomische und musikalische Periodizität miteinander zu verbinden, Astronomie, Mathematik und Musik, ja selbst die Farben auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

So können durch das Oktavgesetz sämtliche Perioden des Sonnensystems in den hörbaren und sichtbaren Bereich transponiert werden, wobei die Anzahl der Oktaven einem Maßstab gleichkommt, ähnlich der Abbildung von Landschaften in einem bestimmten Maßstab auf der Karte. Wenn wir dieses Prinzip einmal auf unseren Heimatplaneten die Erde anwenden wollen, so muss man feststellen, dass es vordergründig drei Perioden gibt, welche die Bewegung der Erde beschreiben. Die erste Periode ist die Drehung der Erde um ihre eigene Achse und entspricht einem Tag oder 24 Stunden. Die zweite Periode wird durch das Kreisen der Erde um die Sonne bestimmt, entsprechend einem Jahr oder 365,25 Tagen. Die dritte Periode entsteht durch die Kreiselbewegung der geneigten Erdachse und ist verhältnismäßig langsam, ca. 25920 Jahre dauert ein solches „platonisches Jahr“. Da diese Rhythmen sehr unterschiedlich in ihrer Dauer sind, werden wir verschieden oft oktavieren müssen, um die schmalen Bereiche unserer akustischen und optischen Wahrnehmung zu treffen. Folgendermaßen:

Der Periodendauer des Tages von 24 Stunden entsprechen 24 x 60 x 60 = 86400 Sekunden. Die erste Oktave liegt dann bei 12 Stunden oder 43200 Sekunden, die zweite Oktave liegt bei 6 Stunden oder 21600 Sekunden, die dritte Oktave bei 3 Stunden oder 10800 Sek., die vierte bei 1,5 Stunden also 5400 Sek., die fünfte ... und so weiter und so fort. Oktavieren wir 24 mal, gelangen wir in das akustische Fenster unserer Wahrnehmung:

 

             1

         ---------- x 224 = 194,1807 Hz

          86400

 

Ein Ton mit 194,18 Hertz ist nach unserem Notensystem ein G. Beim weiteren Oktavieren gelangen wir bei der Oktavzahl 65 in das optische Fenster hinein:

 

             1

         --------- x 265 = 427 x 1010 Hz → 700 Nannometer

         86400

 

Diese Wellenlänge nehmen wir als Farbe in einem bestimmten orange - rot wahr. Wenden wir dieselbe Vorgehensweise auf das Erdenjahr an, so erhalten wir in der 32. Oktave den Ton Cis mit 136,10 Hz und die 74. Oktave entspricht einem grün. Das platonische Jahr klingt in der 48. Oktave in F mit 172,06 Hz und in der 89. Oktave erhalten wir ein violett des Spektrums. Die Erde dreht sich also in G um ihre eigene Achse, sie kreist in Cis um die Sonne und ihre Achse kreiselt in F.

 

 

 

zur Gliederung

 

 

Diese fiktive Abbildung zeigt unser Planetensystem als PLANETENSTRAUSS. Sie ist geeignet um sich eine Vorstellung von Größenverhältnissen und Oktavzahlen zu bilden. Alle Entdeckungen sind ja große Geschenke an die Menschheit und in Form dieses Straußes möchte ich dies Geschenk an alle Menschen weiterreichen, insbesondere natürlich an die Brandenburger.

Der untere Punkt der Abbildung ist die Sonne, die geraden Linien geben maßstabsgerecht die mittleren Abstände der Planeten zur Sonne wieder. Die oktavanalogen Töne und Farben sind angegeben. Der Mond, Trabant der Erde, erschiene auf der Abbildung sehr klein. Die 29. Oktave des synodischen Mondumlaufes ergibt mit 210,42Hz den Ton Gis, mit 650nm entspricht die Farbe seiner Periodik einem orange. Der Sonnenton wird noch besprochen.

Der Mensch hat seit langem verschiedene Instrumente instinktiv auf diese Töne gestimmt. So wurde die Qin, das edelste Instrument im alten China stets auf den Ton der 48. Oktave des platonischen Jahres, dem F gestimmt. Für die Inder ist der Anfang aller Dinge „Nada“- der Urton. Sie sprechen von „Nada Brahma“, was soviel heißt wie „die Welt ist Klang“. Der immerwährende Ton der indischen und tibetischen Kulturkreise ist das „OM“. Die Silbe „OM“ ist das heiligste Mantra überhaupt, es ist sozusagen der Kammerton Indiens und symbolisiert die Urschwingung des Daseins. Ihre Sitar ist, wie auch die Instrumente Tambura und Vina, auf den Ton der 32. Oktave des Erdenjahres, dem „Cis“ gestimmt, das ist exakt der Kammerton Indiens, das heilige „OM“. In Indien ist es üblich, dass die Musiker bevor sie gemeinsam musizieren erst einmal sich selbst auf die Musik einstimmen, indem sie gemeinsam die Silbe „OM“ meditieren. Auf den so gemeinsam gefundenen Ton stimmen sie hernach ihre Instrumente ein und beginnen erst dann zu musizieren. Somit ist der Kammerton Indiens der Jahreston, das heilige „OM“ und die Körper der Musiker bilden das Eichinstrument dieses Tones. Die Musik ist folglich im Einklang mit der Natur. Der Jahreston, das „OM“ und unser „Cis“ sind also nur kulturspezifisch verschiedene Bezeichnungen für ein und denselben Ton.

Im Abendland ist eines der traditionsreichsten Instrumente die Geige, sie ist auf die 24. Oktave des Erdentages, dem Tageston G eingestimmt. Alle Planetenoktavtöne leiten sich von echten Schwingungen im Sonnensystem ab, allein der Sonnenton bildet eine Ausnahme.

Betrachten wir das Sonnensystem so fällt auf, dass Planeten die weit von der Sonne entfernt sind langsam um dieselbe kreisen. Je näher ein Planet der Sonne ist, desto höher ist seine Bahngeschwindigkeit. Merkur, der sonnennächste Planet hat tatsächlich die höchste Bahngeschwindigkeit inne. Der Grenzwert der Geschwindigkeit im Reiche der Physik ist die Lichtgeschwindigkeit. Es drängt sich nun die Frage auf, wie weit ein theoretisch gedachter Planet (als Massepunkt) vom Sonnenmittelpunkt (ebenfalls als abstrakter Massepunkt gedacht) entfernt wäre, näherte sich seine Bahngeschwindigkeit der konstanten Lichtgeschwindigkeit an? Wo liegt die Schwelle in der Entfernung des gedachten Planeten, bei welcher dieser die Lichtgeschwindigkeit überschreiten würde? Cousto´s Berechnung (Vgl. Cousto 2, S. 103ff) gibt das Ergebnis von 1,4766 km vom Sonnenmittelpunkt an. Dieser Planet befände sich also innerhalb des Sonnenleibes und würde den Sonnenmittelpunkt 32312,52 mal in der Sekunde umkreisen. Dieser Gravitationsradius und diese Gravitationsfrequenz sind echte physikalische Grenzwerte unseres Sonnensystems! Sie repräsentieren die Masse unserer Sonne anhand der stabilen Konfiguration eines Schwarzen Loches. Diese Gravitationsfrequenz ist eine physikalische Grenzfrequenz, deren erste Unteroktave (hier wird die Schwingung verdoppelt, nicht halbiert!) bereits im hörbaren Bereich liegt mit 32312,52Hz : 2 = 16156,26Hz. Dieser Ton ist ein H in Richtung C tendierend, an der oberen Grenze unseres akustischen Fensters. Die 8. Unteroktave ist dann ein H mit 126,22 Hz, die entsprechende Farbe ist ein gelbgrün.

 

Was bedeuten diese Entdeckungen für unser tägliches Leben?

zur Gliederung

Die durch fortgesetztes Oktavieren ermittelten Entsprechungen von kosmischen Schwingungen zu den Schwingungen der Musik und weiter zu den Schwingungen der Farben eröffnen allerlei neue Möglichkeiten. Es wird möglich über die Kammertonanalyse eine Kultur zu charakterisieren. Es gibt zu diesen Tönen und Farben auch gewisse körperliche Korrespondenzen, so entspricht etwa der Sonnenton der Schwingungsebene des Solarplexus´. Für die medizinische Anthropologie und Physiologie eröffnen sich hier interessante Forschungsfelder. In dieser kosmischen Harmonielehre liegt der Schlüssel zum Verständnis und Endmystifizierung der so genannten „sanften Medizin“. Die in der Akupunktur relevanten Meridiane führen gewisse Schwingungen, worüber der bedeutende Physiker Prof. Dr. Fritz Albert Popp epochemachende Arbeiten veröffentlichte. Die DNS, Träger des menschlichen Erbgutes schwingt oktavgerecht zum Erdentag. Vielleicht ist nicht zuviel gesagt, wenn man im Hinblick auf die harmonikalen Gegebenheiten in Chemie und Biologie vom Beginn eines neuen Zeitalters der Medizin spricht. Der richtungsweisende Naturforscher Hans Baumer entdeckte die Wetterstrahlung (Atmosferics, kurz Sferics genannt), eine elektromagnetische Strahlung, die durch Wettervorgänge in der Atmosphäre entsteht und im harmonikalen Verhältnis zur Erdendrehung steht. Darüber wird die Funktion des Sturmglases (Vgl. oben zu Darwin) wissenschaftlich erklärbar. Jeder, der schon einmal in einem Chemiepraktikum eine Titration vorgenommen hat weiß, wie empfindlich chemische Gleichgewichte sein können. Die Hauptfrequenzen der Sferics liegen bei 10kHz und 28kHz, also verglichen mit Radio- und TV- Wellen sehr energieschwach. Wissenschaftliche Erforschungen dieser Phänomene bezüglich ihrer Wirkung auf Leib und Seele des Menschen wurden bislang nicht gefördert. Eine finanzkräftige Handy- und Radiolobby ist an der Nichtaufklärung existentiell interessiert, aber Studien werden nun begonnen. Andererseits möchte auch niemand auf die Annehmlichkeiten der modernen Funktechniken verzichten. Es kann also nur darum gehen, die Funkfrequenzen in das natürliche Strahlungsgeschehen zu integrieren. Die Frage ist also, welcher Funkanbieter der Erste sein wird, der darauf eingeht und ein adäquates Angebot unterbreitet. Wetterfühlige Menschen sind jedenfalls alles andere als unwissenschaftliche Mimosen, sie verfügen vielmehr über ein beachtliches Sinnesvermögen und sind sensitiver als andere.

Es ist auch weiters interessant, dass das Periodensystem der Elemente nach der so genannten Oktettregel geordnet ist, was mit unserer Oktave im engen Sinnzusammenhang steht. Der Naturforscher Wilfried Krüger, Begründer der Atomharmonik beschreibt den harmonikalen Aufbau der Atome und Moleküle! Ja durch das Gesetz der Oktave wird es möglich die Spektren chemischer Zusammensetzungen zu vertonen, Wasserstoff zu vertonen, Sauerstoff, Wasser oder Medikamente zu vertonen und natürlich auch Rauschdrogen, zu deren intelligente Aufklärung wir offenbar noch nicht imstande sind, in Musik zu verwandeln. Was die Schwingungen angeht gibt es die Unterscheidung von Lebendem und Totem nicht, alles schwingt und lebt bis in die anorganische Chemie hinein. Wahrlich, die Welt ist Klang!

Im Lateinischen bedeutet „octava“ „die achte“. Dieses Wissen hat sich bereits im Sprachgebrauch eingebürgert: Darauf muss man einmal Acht geben! Überhaupt bekommt man nach längerem Forschen den Eindruck, als würden wir ein altes, ursprüngliches Wissen neu entdecken - aber diesmal mit streng wissenschaftlicher Methode! Natürlich mussten wir das Sonnensystem lange Jahrhunderte und Jahrtausende beobachten, um die Gezeiten der Planeten genau kennen zu lernen.

Des Weiteren können die Noten der musikalischen Notenschrift in analogen Farben niedergeschrieben werden und damit können die verschiedenen Töne auch visuell durch entsprechende Farben wahrgenommen werden, was das Notenlesen sehr erleichtert.(Vgl. Dobretzberfer "Farbmusik")

Diese Urtöne (Joachim - Ernst Berendt hat entsprechende Monochorde gebaut und die Urtöne aufgenommen) können Heilungsprozesse begünstigen - sie bringen einen wieder in die richtige Stimmung! Es sind auch Stimmgabeln angefertigt worden, die nicht nur für eine sanfte Akupunktur eingesetzt werden können, sondern mit denen man auch ganz prima Musikinstrumente kosmisch einstimmen kann. Die Erfahrungen bestätigen da die Theorie auf eine lebendige Art und Weise.

 

Und was hat Brandenburg damit zu tun?

zur Gliederung

Nun, die Brandenburger Friedenswarte auf dem altehrwürdigen Marienberg könnte der Ort der Verwirklichung, Vervollkommnung und Vollendung der Idee der Sphärenharmonie werden. Wie die Menschen im Mittelalter zum Marienberg pilgerten, um in der byzantinischen Marienkirche Heil und Segnung zu erlangen, so könnten die Menschen zukünftig die Friedenswarte besuchen um Wissen zu pflegen und Einklang zu erfahren.

Ich arbeite seit Jahren an den mathematischen Methoden, um eine Vertonung der Sphärenmusik ganz naturgerecht, d.h. den tatsächlichen Planetenbewegungen gemäß zu ermöglichen. Die Planeten bewegen sich ja bekanntlich nach Kepler No. 1 nicht auf Kreisbahnen um die Sonne, sondern auf Ellipsenbahnen. Die Planetenoktavtöne von Cousto müssen also auf die Ellipsenbahnen präzisiert werden. Sie schwanken dann um die Cousto´schen mittleren Töne. Diese Berechnung hat mir einiges an Anstrengung abverlangt, doch im Frühjahr 2009 gelang mir der Durchbruch: ich fand die Gleichung, welche die elliptischen Bahnbewegungen exakt in oktavanaloge Tempi, Töne und Farben umformt. Das war schon ein besonderes Erlebnis, zumal ich im Auf und Ab der vorherigen langen Forschung immer wieder Vorläufer dieser Gleichung fand, welche ich natürlich jedesmal als der Weisheit letzter Schluss ansah! So war die Suche danach ein Wechselbad an vermeintlichen Erfolgen und wieder Enttäuschungen, sodass es sich insgesamt wie ein längerer Läuterungsweg gestaltete. Im Mai 2009 sah ich dann - abgebrüht und unwillig mich einem Jubel hinzugeben - auf eine Gleichung, die so ästhetisch und schön aussah, dass ich dies zunächst mit Abstand zur Kenntnis nahm. Aber ich konnte die Sache nun drehen und wenden wie ich wollte, die Beschreibung war richtig, ich hatte nun alles bedacht und mit einbezogen, was zur Erfassung der Ellipsenbewegungen nötig ist. Die Gleichung hielt meinen abschätzenden, kritischen und desillusionierten Betrachtungen stand. Und dann stellte sich ein Gefühl der Freude, des Triumphes und des berechtigten Erfolges ein. Niemand wird dies nachvollziehen können, der sich nicht selbst auf die abenteuerliche Suche nach einer Erkenntnis gemacht hat, bei der man ja im voraus nicht weiß, ob man nur seine Lebenszeit verschwendet oder ob tatsächlich etwas zur Mehrung der allgemeinen Erkenntnis herauskommen wird.

Da meine Bemühungen zum Erfolg führten, rückt nun die große Vision der Menschheit von einem klingenden Kosmos in den Bereich des zur Darstellung Möglichen. Mit dem modernen astronomischen Wissen lässt sich die Sphärenmusik für Jahrtausende vertonen, farblich darstellen und harmonikal untersuchen. Zuallerletzt will ich deswegen einmal eine Abbildung des inneren Sonnensystems zeigen, welche die Bahndynamik der Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars in oktavanaloger Farbe zeigt.

Zuvor aber möchte ich noch mein großes Dankeschön sagen an alle die zur Realisierung dieser Internetseite beitrugen und auch an der Weiterentwicklung der Gedanken ihren Anteil haben. Die Website wurde ermöglicht durch die freundliche Zusammenarbeit mit Sebastian Brandt, Marco Jänicke, Tobias Marschall, Andreas Sommer, Susanne Böhm, Eike Hoffmann und Peter Schilling und und und...

Mein besonderer Dank gilt Tino Krüger, der viel Zeit daran setzte die graphische Umsetzung meiner Berechnungen vorzunehmen, sodass der Genuss solcher Betrachtungen nun für euch alle möglich wird. Die folgende Abbildung zeigt einen kleinen Ausschnitt dessen.

 

 

 

zur Gliederung

Inneres Sonnensystem

 

 

Die Abbildung zeigt die Planetenbahnen des inneren Sonnensystems, im Zentrum die Sonne, von innen nach außen: Merkur, Venus, Erde und Mars. Die oktavanaloge Farbe repräsentiert die Bahndynamik – Merkur hat die stärkste Bahnellipse, sodass er die Oktave des Farbspektrums mehr als einmal abläuft. Dagegen hat die Venus eine sehr geringe Bahnexzentrizität, womit ihre Bahndynamik eine beinahe farbkonstante Repräsentation erfährt. Die Ellipse der Erdbahn ist stärker als die der Venus aber nicht so stark wie die des Mars, welcher seinerseits aber wiederum eine weitaus schwächere Ellipse durchläuft als es der Merkur tut.

Liefe ein Planet genau im Kreis um, hätte er eine einfarbige Kreisbahn. Die abgedunkelten Hintergrundskreise repräsentieren die fiktiven Farbbahnen solcher kreisrunder Planetenbahnen für alle Radien. Denn da die Umlaufperioden nach außen hin größer werden, entsteht so ein konzentrisches Regenbogen - Farbmandala. Vor diesem Farbmandala setzen sich dann die wahren elliptischen Planetenbahnen in ihrer Bahndynamik entsprechend ab.

So wird die physikalische Dynamik der Planetenbewegungen ganz ins Optische übertragen, indem man die veränderlichen heliozentrischen Winkelgeschwindigkeiten der Planeten in Winkelperioden umrechnet, welche man ins Farbspektrum oktaviert und in die Wellenlängen des Lichtes umrechnet.

Auf diese Weise wird mit dem mathematischen Friedenswarte – Know – How eine Darstellung der Dynamik des Sonnensystems in oktavanalogen Tempi, Tönen und Farben für Jahrtausende übergreifende Zeiträume möglich. Schön wäre, wenn diese Programmierung im Rahmen der Entwicklung der Friedenswarte möglich wäre und so unserem Städtchen Brandenburg zugute kommen würde. Wollen wir also hoffen, dass sich die Dinge weiterhin so gut entwickeln und so freundlich gestalten, dass wir mit sanfter Fügung so hohe Ziele erreichen mögen.

 

 

Mit einem herzlichen Gruß aus Brandenburg,

 

Euer Norbert

 

 

 

 

 

 

 

Literatur:

- Friedrich Zipp „Vom Urklang zur Weltharmonie“, Merseburger Verlag 2. Auflage 1998

- Imre Trencsényi - Waldapfel „Die Töchter der Erinnerung“, Berlin 1969

- Dantes „Göttliche Komödie“

- M. Özaras: Titius - Bode auch für Monde

- Hans Cousto 1: „Bilder Klänge Welten“, Simon & Leutner Verlag Berlin 1989

2: „Die Kosmische Oktave“ Synthesis Verlag 1984

3: „Die Oktave“ Simon & Leutner Verlag 4. Auflage Berlin 1992

- Wolfgang Schadewaldt: „Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen“ 1995

- Wilfried Krüger “Das Universum singt“, Trier 1997

- Brockhaus - In einem Band -, Leipzig, Mannheim 6. Auflage 1994

- Dobretzberger, Fritz & Johannes Paul: „Farbmusik“, Simon & Leutner Verlag 1993